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Im Zuge der Corona-Krise wird viel über die Notwendigkeit einer nachhaltigeren und bewussteren Konsumkultur debattiert. Eine Tendenz, die uns und unserem Markenmix sehr entspricht. Welcome to Slow Fashion.

Von Jeroen van Rooijen

So langsam geht die Reise zurück Richtung Normalität – der scharfe Lockdown wird gelockert, die Menschen kommen bleich wie vakuumverpackte Bratwürste zurück ans Tageslicht, es darf wieder (mit Vorsicht) ins Restaurant oder auf einen Drink gegangen werden. Und alle Geschäfte gehen wieder auf – wobei niemand so recht weiss, ob man nun mit einem Ansturm der aufgestauten Konsumwut rechnen oder sich präventiv in Zurückhaltung üben muss.

In allen Debatten um die Wieder-Ingangsetzung der Privatwirtschaft schwingt aber ein Thema mit: Es sei Zeit für eine neue, bewusstere und nachhaltigere Art des Konsums, heisst es in vielen Kommentaren. Wir sollten weniger und besser einkaufen. Insbesondere die Modebranche mit ihren kranken, überhitzten Zyklen und dem ruinösen Preiszerfall innerhalb einer laufenden Saison müsse sich erneuern, ist oft zu lesen.

Neu ist diese Forderung an den Zeitgeist indes nicht: Schon 2012 schrieb die «NZZ» in einem Artikel mit der Überschrift «Ruhe, bitte!», «dass diese Zitrone nicht weiter ausgepresst werden kann. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich Lifestyle-Feinschmecker nicht mehr von Sensationen und Knalleffekten leiten lassen, sondern nach anderen Qualitäten suchen.»

Sollte dies eintreten, so klatschen wir begeistert in die Hände. Denn die Notwendigkeit einer entschleunigten Art des Einkaufens ist uns schon länger bewusst. Deswegen führen wir seit einigen Jahren schon entsprechende Marken im Sortiment – und es werden stetig mehr. Wir entwickeln uns weg vom saisonalen Trend-Rausch hin zu einer beständigeren, langsameren Art des Sich-kleidens, in der es eher um den langfristigen Aufbau einer Garderobe als um überzogenes Modebewusstsein geht. Gute Kleidung hält eine Weile – es ist widersinnig, sie vor Erreichen ihres tatsächlichen Verfallsdatums zu ersetzen.

Einige unserer Marken, die diese Philosophie leben, gehören zum italienischen «Slowear»-Verbund. Slowear, zusammengesetzt aus den Wortteilen «slow» und «wear», hat sich auf die Fahnen geschrieben, haltbare und von der hysterischen Launigkeit der Mode entkoppelte Kleidung von herausragender Qualität herzustellen. Dazu gehören unsere bewährten Chinos der Marke Incotex – «Freizeitliche Hosen mit Weltklasse-Niveau» (Gentlemen’s Report N° 8, 2013) – oder die Stricksachen von Zanone.

Auch andere Labels aus unserem Sortiment leben die zeitgeistige Maxime der gepflegten Langsamkeit. Etwa das österreichischen Duo Weber & Weber, deren bequeme Sakkos jede Saison praktisch unverändert neu editiert werden. Oder der englische Super-Stricker, John Smedley, dessen kontinuierlich guten Rundhals- oder Rollkragenpullover seit Jahren zu unseren Bestsellern gehören.

Wer sich für mehr sorgfältig gemachte Kleidung dieser Art interessiert, sollte sich auch den Strick von Scagliole, die Sakkos von Boglioli, die Hemden von Gherardi oder die Kollektion von DoppiaA anschauen. All das gibt es in unserem Alferano Concept Store, der am 12. Mai 2020 nach acht Wochen Zwangspause wieder eröffnet. Last but not least bekommt man dort natürlich auch die ultimative Slowear-Garderobe auf Eigenmass – von Alferano, what else!

Wir freuen uns auf Sie … aber bitte: Nehmen Sie sich Zeit.

Jeroen van Rooijen
Jeroen van Rooijen ist freischaffender Stilkritiker und war 2014 Mitbegründer des Alferano-Concept-Stores.
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