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Gedanken zu Männern und Moden – sechs Sommer-Episoden von Modekenner und Wortakrobat Jeroen van Rooijen.

Kennen Sie das beliebte Internet-Meme mit der Bulldogge, die sich auf den Hinterbeinen aufrecht stehend ans Fenster lehnt? Darüber steht: «Men over 30 in tight pants». Tatsächlich sehen ältere Herren mit Bauchfiguren in engen Hosen etwa so aus: Presswurst auf dünnen Beinchen. Zum Lachen, wenn’s nicht zum Weinen wäre. Wir konstatieren: Slim Fit ist eine Sackgasse, aus der wir wieder raus müssen – ein Irrweg der Mode. Skinny Pants sind ungesund und unvorteilhaft. Dennoch sieht man sie derart inflationär, dass man das Gefühl bekommt, die Herren würden gar nichts anderes mehr im Schrank haben. Manche dieser Hosen sind so eng geschnitten, dass sie wie Leggings aussehen, und etliche haben eine derart knappe Leibhöhe, dass hinten der «Plumber’s Crack» sichtbar wird, wenn sich der Träger hinsetzt.

Wir bedauern diese Männer, die nun schon seit fast ein Jahrzehnt lang in diesen knallengen Hosen herumlaufen. Oder in Stretch-Hemden, deren Knopfleiste fast platzt, wenn das Bäuchlein mal nicht tapfer eingezogen wird. Jacketts, die man ehrlicherweise gar nicht zuknöpfen kann, um nicht einen Atemstillstand zu erleiden. Ein hoher Tribut, den die Ästhetik von der Lebensqualität fordert. Solche Klamotten produzieren Stress – und davon haben wir doch alle schon genug? Die Frage muss daher gestellt werden: Passt Slim Fit überhaupt noch zu unserer Zeit?

Die Antwort ist: Nein, wir brauchen einen neuen Look. Spätestens jetzt, nach 15 Monaten des Stillhaltens und Drinbleibens, ist es Zeit für ein neues Lebensgefühl von Freiheit, Leichtigkeit und Entspannung – und eine entsprechende Kleidung. Der Stilwechsel – und das entspannte Wesen des neuen Mannes – bringen mehr Volumen und Komfort. Tonangebende Marken zeigen wieder Bundfalte, stilprägende Männer von Welt lassen den Stoff ums Knie wieder lustvoll schlackern. «Skinny fashion is dead, long live volume», schreibt etwa das Magazin «The Rake».

Was Männer nun brauchen: Eine Bundfalte, vielleicht sogar zwei. Stoff um die Hüften! Sodass man auch wieder etwas in die Hosentaschen stecken kann, ohne dass es sich sogleich wie eine unanständige Beule abzeichnet. Auch bei den Sakkos ist die Zeit der extremen Taillierungen vorbei. Man braucht kein Korsett mehr drunter zu tragen, um die Jacketts schliessen zu können. Die neuen Passformen nähern sich wieder einem real existierenden Körperideal an.

Ein Stichwort, das diesen Stilwechsel gut zusammenfasst, ist «Relaxed Tailoring» – erhalten bleibt die DNA der grossen Schneiderkunst, kombiniert mit dem Tragegefühl von Freizeitkleidung. Das ist die Zukunft – nein, es ist die Gegenwart, das Jetzt. Kommen Sie in unserem Store vorbei, wir zeigen Ihnen die Zutaten dazu, denn sie sind alle bereits da.

Nächste Woche: Neue Volumen, neue Männer – das ruft nach einem neuen Konsumverhalten. Lesen Sie in einer Woche an dieser Stelle, wie die Zeiten sich bezüglich des Fashion-Shoppings ändern.
Jeroen van Rooijen
Jeroen van Rooijen ist freischaffender Stilkritiker und war 2014 Mitbegründer des Alferano Flagship-Stores.

Neuer Mann, neue Volumen bei Alferano

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