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Gedanken zu Männern und Moden – sechs Sommer-Episoden von Modekenner und Wortakrobat Jeroen van Rooijen.

Haben wir anfangs dieses Sommers tatsächlich einmal gesagt, dass sich die Mode nicht aufgrund von irgendwelchen individuellen Ideen ändert, sondern nur als Folge von grösseren gesellschaftlichen Veränderungen? Gut, dazu stehen wir heute noch. Kein Designer kann heute noch im Alleingang «eine neue Mode» in die Welt setzen. Der letzte, dem dies gelang, war Hedi Slimane vor über zwanzig Jahren – er hat die Slim-Fit-Welle angestossen. Oder besser: Er hat sie dank Lagerfeld populär gemacht. Denn «erfunden» hatte diesen Look der Belgier Raf Simons, und zwar schon Mitte der 1990er Jahre.

Doch das ist Schnee von gestern. Lagerfeld ist in die ewigen Jagdgründe gegangen, Slimane müht sich heute an neuen Jugendkulturen ab. Doch entstehen neue Looks heute als Folge von veränderten Lebensumständen – Stichwort Home Office – und natürlich aufgrund von kommerzieller Übersättigung, die immer eine Gegenreaktion provoziert. Will heissen: Wenn die Mehrheit der im normalen Handel verfügbaren Mode so eng geschnitten ist, dass man darin kaum noch Luft bekommt, schwingt das Pendel zurück in Richtung mehr Volumen. Das geschieht bereits – wir haben darüber bereits vor wenigen Wochen geschrieben.

Reaktion und Gegenreaktion: So hat die Mode sich immer schon entwickelt. Auf den braven Stil der 50s folgte der coole Stil des Rock ’n‘ Roll. Auf die dekadenten, vernebelten Hippies folgten die Punks. Auf die geschleckten Schönlinge der achtziger Jahre folgte Grunge. So geht das immer weiter, im Zickzack hin und her. Wenn man also bedenkt, dass es auch heute modische Phänomene gibt, die so omnipräsent sind, dass man sie kaum mehr sehen mag, dann lässt sich die Zukunft der Mode relativ einfach voraussagen, nämlich: Als Gegenreaktion auf das, was ist. Hier nun also fünf Trends, deren Ankunft unmittelbar bevorsteht:

Neuer Purismus. Das Pendel schwingt von der exaltierten Opulenz (Gucci-Style) zurück Richtung Minimalismus. Noch ist das Feld dünn besetzt, aber eine kluge Marke wird es rasch erobern, und alle werden sagen: Warum sind wir nicht darauf gekommen?

New Wave. Eine Musik-Richtung aus den frühen achtziger Jahren, die nicht schon zwölf Mal durch den Recycling-Schredder gedreht wurde und sehr zeitgeistig aussieht. Machen Sie sich gefasst auf ein Revival von New Order, The Cure und Depeche Mode.

Krawatte. Mit dem Comeback von New Wave dürfte auch eine Totgeglaubte wieder auferstehen: Die Krawatte. Sie wird von den Bankern und Brokern nicht mehr getragen, dafür bemächtigt sich eine neue Generation des Schlipses und macht ihn wieder cool.

Foulards: Der neue Mann steht zu seinen weichen Seiten – nichts zeigt es besser und selbstbewusster an als ein lässig um den Hals geknotetes Seidentuch. Es übernimmt die Rolle des Schals – oder eben der Krawatte.

Yoga Boys: Yoga wird zunehmend auch zum Männer-Trend und wird nicht nur für bessere Körper, sondern auch neue Möglichkeiten im Sportswear-Bereich sorgen. Softer, sinnlicher, sexier.

Jeroen van Rooijen
Jeroen van Rooijen ist freischaffender Stilkritiker und war 2014 Mitbegründer des Alferano Flagship-Stores.

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